Visitenkarte des Unternehmens
1911 erhielt die Baufirma Caspar Hilti den Auftrag für die Ausführung des Gebäudes. Entworfen hatte es der Wiener Architekt Ernst Dittrich, der auch das Landesgericht geplant hatte. Für das Bauunternehmen war dieses Projekt mehr als ein gewöhnlicher öffentlicher Auftrag. Der Bau entstand direkt gegenüber dem Firmensitz – nur durch die Ill getrennt. Von den Fenstern der Firmenzentrale aus konnte man den Fortschritt täglich beobachten. Damit wurde die Finanzlandesdirektion zu einer besonderen Visitenkarte des Unternehmens: ein Bauwerk, das man jeden Tag vor Augen hatte. Ein schlecht ausgeführtes Projekt hätte man sich hier kaum leisten können – umso solider musste die Qualität der Arbeiten sein.
Auch der Zeitplan war ambitioniert. Im April 1911 erhielt die Firma Caspar Hilti den Zuschlag, bis zum Eintritt des Winters sollte der Bau überdacht sein. Schlussendlich wurde das Gebäude im Dezember 1912 innen und außen vollendet. Dass die tatsächliche Ausführung Eindruck machte, zeigt ein Bericht im Feldkircher Anzeiger vom Dezember 1912:
„Das neue Finanzbezirksgebäude ist nun vollendet und bildet für Feldkirch eine neue Sehenswürdigkeit, um die uns manche Großstadt beneiden wird.“
Mehr als ein Jahrhundert später prägt das Gebäude noch immer das Stadtbild von Feldkirch, baulich unverändert. Für die Firma Hilti & Jehle, deren Hauptsitz sich weiterhin gegenüber befindet, ist die Finanzlandesdirektion ein sichtbares Zeugnis dafür, dass gutes Bauhandwerk Generationen überdauert.



Foto: Ansichtskartensammlung/Vorarlberger Landesbibliothek

