Die 1920er-Jahre waren wirtschaftlich schwierige Zeiten – Stichwort Inflation. Steigende Preise bei Material und Personal stellten Bauherren wie Bauunternehmen vor große Herausforderungen. Auch die Gebrüder Hilti spürten diese Entwicklung schmerzlich: Mit dem Bau des Jubiläumskrankenhauses in Schaan waren sie beauftragt, das Baumaterial war bereits bestellt und die Arbeiten hatten begonnen, als sich der öffentliche Auftraggeber wegen der explodierenden Kosten zurückzog. Ein herber Rückschlag – für das Land ebenso wie für das Bauunternehmen.
In dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit war Holz für viele Menschen eine leistbare Alternative. Der Baustoff war in den umliegenden Wäldern reichlich vorhanden. Er ließ den Traum vom eigenen Haus trotz wirtschaftlicher Herausforderungen greifbarer werden. Auch die Gebrüder Hilti errichteten komplette Holzhäuser. Damit erweiterten sie ihr Angebot um eine Bauweise, die die angespannte finanzielle Situation vieler Familien berücksichtigte.
Holz prägte das Unternehmen nicht nur beim Hausbau. Auch das Betriebsgebäude und Magazin in Schaan wurden komplett aus diesem Material errichtet. Viele Jahrzehnte lang bildeten die Holzbauten das Zentrum des Unternehmens, ehe Gebrüder Hilti 2025 in einen modernen Neubau übersiedelte.
Fast ein Jahrhundert später hat Holz erneut an Bedeutung gewonnen – diesmal aus anderen Gründen. Architekten und Bauherren setzen heute verstärkt auf den nachwachsenden Baustoff. Moderne Holzbausysteme ermöglichen hochwertige Architektur, kurze Bauzeiten und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Dass Holz bis heute ein strategisches Geschäftsfeld ist, zeigen auch zwei richtungsweisende Entscheidungen beider Unternehmen: 2023 übernahm Hilti & Jehle LOT Holzbau in Feldkirch, Anfang 2024 integrierte Gebrüder Hilti das Legna Holzwerk in Schaanwald in die Unternehmensgruppe. Damit leisten beide Unternehmen einen wichtigen Beitrag zu den Zielen, die sie sich bei der Nachhaltigkeit gesetzt haben.
Die Beweggründe, mit Holz zu bauen, haben sich in den vergangenen hundert Jahren verändert. Der Baustoff jedoch ist geblieben. Was einst eine pragmatische Antwort auf die Herausforderungen der Zeit war, ist heute ein wichtiger Baustein für nachhaltiges Bauen – und damit ein weiteres Beispiel dafür, wie sich das Unternehmen immer wieder auf neue Anforderungen einstellt.
„Holz gilt als innovativer und nachhaltiger Baustoff – auch in Zukunft.“

